giebel: multimedia Webdesign trifft auf künstlerische Experimente

Bildbeschreibung: Schwarze Puppe / Weiße Puppe

Eine Reflexion über Fremdheit, Identität und Rassismus anhand der Symbolik schwarzer und weißer Puppen.

In der durch Bewegungsunschärfe gekennzeichneten Fotografie hält ein blondes, hellhäutiges Mädchen eine schwarzhaarige, schwarzhäutige Puppe im Arm. Wie entsteht der Wunsch nach Zugehörigkeit und Fremde? Was macht das oberflächliche Andersfarbige so interessant, anziehend?

Kiri Davies hat in ihrem Film »A Girl Like Me« den Test mit einer schwarzen und einer weißen Puppe erneut durchgeführt und kommt zum Ergebnis, dass sich an der mehrheitlichen Aussage der farbigen Kinder im Vergleich zum ersten Test in den Fünfziger Jahren nichts geändert hat: ich spiele lieber mit der weißen Puppe, denn weiß ist schön, weiß ist reich, schwarz jedoch ist schlecht, arm, wertlos.

Im Werk der australischen Künstlerin Destiny Deacon steht die schwarze Puppe als Gegenbild zur Barbiewelt, thematisiert Identität in der Unterdrückung und Rassismus.

Wie aber kommt Barbie zu einer schwarzen Puppe? Zufall, Ausnahme? Ein kindlicher Reflex, der Neugier sättigt, Exotik bedient? Oder eine frühe Intuition, dass die Annahme menschlicher Rassen ein schwachsinniges Konstrukt ist, das von Erwachsenen zwecks Machterhalt und Ausbeutung eingeführt wurde?

Ulla Hahn läßt in »Das verborgene Wort« ihre Protagonistin Hildegard eine schwarze Puppe an der Bude auswählen:

»Mein Blick fiel auf ein kleines Ding in der Ecke, nur etwa ein Viertel so groß wie die protzigen Schwestern, wenn es denn Schwestern waren. Denn das kleine Ding war schwarz und bis auf ein Röckchen aus bunten Bastfäden nackt.«

»Nä, Heldejaad, wat wills de denn mit nem Näjer, do mußte ävver lang bäde, bes dat dä wieß wird«